Darf ich über Amazon oder ebay verkaufen oder nicht?

Ist ein Verbot, Produkte online zu verkaufen, rechtlich haltbar?

Die meisten Direktvertriebe „verbieten“ ihren Partnern den Verkauf über Plattformen wie Amazon oder ebay. Doch dürfen sie das?

Klare Antwort: Nein. Du kannst uns darfst Deine Produkte verkaufen, an wen Du willst und über welchen „Kanal“ du willst.

Das europäische und damit auch das deutsche Wettbewerbsrecht ist auf „Wettbewerb“ angelegt. Das bedeutet: Der Einschränken des Weiterverkaufs von Waren über bestimmte Kanäle ist ausdrücklich nicht erlaubt und stellt einen Verstoß gegen geltendes Recht dar. Ein Unternehmen, dass Dir verbietet, bestimmte Vertriebswege zu verwenden, verstößt gegen geltendes Recht.

Was kann mir schlimmstenfalls passieren, wenn ich über solche Marktplätze verkaufe?

Im Grunde kann Dir nichts passieren, was Dir nicht auch passieren kann, wenn Du im Rahmen Deiner Party verkaufst – mit wenigen Ausnahmesituationen, die dann Probleme verursachen können. Einige davon sind:

Problem 1: Lieferungen ins Ausland

Du bekommst internationale Bestellungen. Ein mögliches Problem könnte dabei sein, dass Du in ein Land verkaufst, wo die Produkte nicht zugelassen sind (z.B. Kosmetik). Wenn Du Export machst, fallen zusätzlich Zollgebühren an – die musst Du tragen, wenn Du darauf nicht hinweist. Darüber hinaus bist Du dann „In Verkehr Bringer“ in diesem Land, d.h. Du bist dafür verantwortlich, dass z.B. eine Benutzungsanleitung in der Landessprache mitgeliefert wird. Bei einer Plastikschüssel dürfte das kein Problem darstellen, bei einem elektrischen Gerät oder Chemikalien (z.B. Putzmitteln) aber durchaus. Falsche Anwendung kann zu Schäden führen, für die Du im schlimmsten Fall dann verantwortlich bist.

Problem 2: Transportschäden

Wenn Du z.B. ätzende Reinigungsprodukte (Fettlöser o.ä.) per Paket versendest, kann ein Transportschaden auftreten. Ätzende Produkte müssen auf dem Paket gekennzeichnet sein, Inhaltsstoffe müssen erkennbar sein. Ist das nicht der Fall, kann es passieren, dass Du für einen Feuerwehreinsatz in einem Postamt bezahlen musst, weil dort ein Paket herunterfällt und unbekannte Chemikalien austreten – von denen keiner weiß, dass es ungefährliche Putzmittel sind. Es könnte sich auch jemand verletzen, wenn derjenige z.B. nicht weiß, dass Konzentrate auch die Haut schädigen können. Noch schlimmer wären z.B. Augenverletzungen. Der Versand stellt immer ein Risiko dar – die persönliche Auslieferung dagegen kaum.

Problem 3: Markenverletzungen

Wenn es um Deine Werbung geht, darfst Du beispielsweise nicht den Markennamen Deines Anbieters verwenden und damit werben. Das wäre ein Verstoß, der durch eine teure Abmahnung geahndet werden könnte. Einen Markennamen darfst Du nur zur Beschreibung des Produktes benutzen, nicht aber, um Deinen Shop oder Deine Präsenz auf einer Plattform wie amazon zu benennen.

Was kann noch passieren?

Es könnte sein, dass Dir Dein Direktvertrieb den Vertrag kündigt. Dann kannst Du die Produkte zwar immer noch verkaufen, bekommst aber keinen neuen mehr und bis Deinen Job los. Dagegen könntest Du dann gerichtlich vorgehen – aber selbst wenn Du gewinnst, ist die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit dahin.

Das größte Problem und meine Empfehlung

Wenn Dein Direktvertrieb verbietet, über Plattformen zu verkaufen, dann ist das auch eine große Chance. Denn in diesem Fall darf sonst auch niemand über diese Plattformen verkaufen. Damit wird das Partygeschäft geschützt – und das ist extrem wichtig. Denn auf einer Party verkaufst Du nicht nur Produkte, sondern triffst auch zukünftige Gastgeber/-innen und Vertriebspartner/-innen, was auf Amazon nicht passiert.  Das größte Problem, wenn die Produkte über die Plattformen oder über Shops verfügbar sind, ist, dass es keine Party mehr gibt und damit keine neuen Leute mehr in den Vertrieb einsteigen. Oder glaubst Du ernsthaft, dass sich ein Amazon Kunde jemals bei Dir meldet und sagt: „Ich habe gerade Dein Produkt bestellt – darf ich bei Dir Vertriebspartner werden?“.

Deshalb: Finger weg von den Plattformen oder Shops. Direktvertrieb funktioniert nur, wenn auch direkt -also persönlich- verkauft wird. Das hilft allen – und letztlich auch Dir.

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